10 Kommentare zu “Ich will dir ein Geheimnis verraten

  1. Liebe Claudia
    für mich ist es einfach ein schöner Text mit einer tifen Wahrheit von einem Menschen der einfach gelebt hat und darum für mich autentisch. Das auch die westliche Philosophie ähnliches erkannt hat interessiert mich jetzt weniger – weil es nicht aus dem einfachen Leben heraus erkannt wurde.
    Mir macht ein einfacher Zen-Mönch mehr eindruck als alle westlichen Philosophen. Muss man alles hinterfragen und seine eigene Meinung unbedingt loswerden?
    Liebe Grüsse zentao

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  2. Wer ist dein Feind? Der Geist ist Dein Feind.
    Wer ist dein Freund? Der Geist ist dein Freund.
    Lerne die Wege des Geistes kennen.
    Zähme ihn mit Umsicht.
    (soll von Buddha sein)

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  3. Nachtrag; die westliche Philosophie hat das Thema ja auch verhandelt. Wo im Zen der alte Mönch zur Illustration zu „was ist Erleuchtung“ sein schweres Bündel abwirft – und es dann aber wieder aufnimmt (was denn sonst?), wälzt hier Sysiphos den Stein immer wieder den Berg hinauf, um ihn dann wieder herunter rollen zu sehen. Der Existenzialismus hat Sysiphos dann als geglücktes In-der-Welt-Sein beschrieben. 🙂

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  4. Ist es denn „geheim“, dass alle Dinge vergänglich sind? 🙂

    Es geht im zitierten Text auch nicht nur um Vergänglichkeit, sondern er hebt genau auf eine Erfahrung ab, die man im Lauf des Lebens macht und bei einiger Neigung zur Reflexion als irgendwie absurd-auswegslos erkennt;

    „wo es Richtig gibt,
    da gibt es auch Falsch.
    Weisheit und Unwissenheit
    bedingen einander,
    Illusion und Erleuchtung
    kann man nicht trennen.“

    Ergeht nicht weiter ins Detail, sondern zieht daraus den Schluss:

    „„Ich will dies, Ich will jenes“
    Das ist nichts als Dummheit.“

    Was bedeutet das? Wer nicht schon Jahrzehnte das eigene Streben nach dem Hellen, dem Guten, dem Wahren, dem Schönen inkl. der Ergebnisse kritisch betrachtet hat, wird das nicht verstehen können. Man kennt im christlichen Abendland die ethische Forderung, das Ego zu zähmen – ja sicher! Aber DAS HIER ist eine ganz andere Kiste, keine Ethik, kein Altruismus, sondern Einsicht in die Verfassung des Daseins.

    „wo es Richtig gibt,
    da gibt es auch Falsch.
    Weisheit und Unwissenheit
    bedingen einander,
    Illusion und Erleuchtung
    kann man nicht trennen.“

    Ohne Tag keine Nacht, keine Mäßigung ohne Ausschweifung, kein erfolgreicher ziviler Weltverbesserungsdiskurs ohne einen „militanten Arm“ und „Ausschreitungen auf der Straße“. Kein schwitzen ohne Frieren, keine Entspannung ohne Anspannung (=Hatha-Yoga-Weg), kein „High“ ohne „Down“…..

    Wie furchtbar! All unser Streben nach der hellen Seite des Daseins – nutzlos? Gar blöde und überflüssig?

    NEIN! Das wäre nur dann dumm, könnten wir uns von unserem SoSein als körperliche Wesen in der Dualität irgendwo anderswohin befreien! So ein JENSEITS gibt es aber nicht, allenfalls im Geiste, für kurze meditative Zustände (oder dunkler: Drogenerlebenisse).

    Durchaus betreiben viele Menschen spirituelle Praktiken, um sich von den Dilemmata ihres aktuellen SoSeins und realen Lebens zu distanzieren, weil sie darunter leiden. Aber meist gibt es keine wahre Befreiung, sondern man tritt ein in Szenen mit eigener Sprache, wo einem dann, sobald man das Gedankengebäude begriffen hat und gut mitzureden versteht, jemand auf die Schulter klopft und sagt:

    „richtig erkannt und den Faden richtig weiter gesponnen“

    Wow! Solche Erfolge können einige Zeit das eigentliche Dilemma vergessen lassen. 🙂

    „Wenn dem so ist, dann ist es auch anders, denn wo Wahrheit ist, gibt es auch Unwahrheit.Alle Erscheinungen sind illusionär, seien sie körperlich oder geistig, deshalb sind sie auch flüchtig oder vergänglich. Wer an Wahrheit oder Unwahrheit glaubt, der haftet lediglich an Ideologien.“

    Mag ja sein – aber was ist dabei die handlungsweisende Perspektive? Wir agieren nicht im Nirvana, sondern auf dieser Erde mit all ihrem brisanten Konflikten! Wie vermeide ich es, zur spirituellen Matschbirne zu werden, die komplett handlungsunfähig ist, weil die Vorraussetzungen möglicher Bewertungen von solcherlei Weisheiten untergraben sind?

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  5. @ClaudiaBerlin
    die Aussage dieses Gedicht von Ryokan, ist ja eine simple;“Ich will dir ein Geheimnis verraten:
    „Alle Dinge sind vergänglich“ Das alle Dinge Dual sind das bestreitert ja niemand und niemand will sich daraus befreien oder auch können, Du schreibst es ja treffend;“ wohin auch?“
    liebe Grüsse zentao

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  6. Wenn dem so ist, dann ist es auch anders, denn wo Wahrheit ist, gibt es auch Unwahrheit.
    Alle Erscheinungen sind illusionär, seien sie körperlich oder geistig, deshalb sind sie auch flüchtig oder vergänglich. Wer an Wahrheit oder Unwahrheit glaubt, der haftet lediglich an Ideologien.

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